Test-Essen: Usability macht hungrig

– Mehr Infos zum Usability-Testessen findet man jetzt auch unter http://www.usability-testessen.de

Es kommt nicht selten vor, dass wir im familiären Umfeld gefragt werden, wann flinc denn nun endlich „fertig“ sei. Darauf müssen wir ehrlich erwidern: „Wahrscheinlich nie“. Aber das ist auch gut so. In der ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung unseres Mitfahrnetzwerkes sehen wir nämlich die Chance, unseren Service immer wieder an die geänderten (Mobilitäts-)Bedingungen der Menschen anzupassen.

Wir haben viele Ideen, wie man flinc noch besser machen kann. Jedoch landet nicht jede davon am Ende des Tages in unserem Produkt. Damit ein neues Feature wirklich die Bedürfnisse der Nutzer erfüllt, muss es vorher jedoch ausführlich getestet werden. Erweist es sich als nicht nutzbar, müssen entweder Veränderungen vorgenommen werden oder es landet direkt im digitalen Mülleimer.

Manchmal ist ist es jedoch nicht ganz so einfach herauszufinden, ob eine Idee funktioniert oder nicht. Herausfinden wird man es aber lediglich durch kontinuierliches Testen. Damit der Test von neuen Ideen und Funktionen erfolgreich ist, versuchen wir, uns dabei an folgenden drei Grundsätzen zu orientieren:

  • „Get out of the building“
    Um die eigenen Ideen und Produkte zu testen oder Informationen über die Zielgruppe herauszufinden, ist es sehr wichtig, dass man die eigenen Komfortzone („building“) verlässt. Steve Blank sagt dazu: „There Are No Facts Inside Your Building, So Get Outside“. Innerhalb der eigenen Firma wird man lediglich auf Meinungen zu einzelnen Aspekten stoßen, niemals aber auf Fakten, die die Bedürfnisse der Nutzer widerspiegeln.
  • „You are not your user“
    Ein weiterer Punkt, den man bei der Entwicklung von neuen Produkten niemals vergessen sollte: Sehr schnell wird man „betriebsblind“ und verliert dadurch den Blick des Nutzers auf das Produkt. Es ist also zu vermeiden, das Produkt selbst zu testen oder sich das Testing gleich ganz zu sparen, da man ja „selbst zur Zielgruppe gehört“.
  • „Test early and often“
    Auf den ersten Blick sieht dieser Grundsatz nach viel Arbeit aus. Das kontinuierliche Einbinden von Usability-Tests in die Produktentwicklung kostet Zeit und Geld. Bedenkt man dabei jedoch: Ein Produkt, das am Ende niemand benutzen möchte, da es nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht, kostet sicherlich ein vielfaches an Geld und Zeit. Deshalb: Lieber früh und oft testen, dafür aber am Ende ein Produkt haben, das funktioniert, anstatt auf das Testen zu verzichten und ein nicht benutzbares Produkt zu haben.

Da es für uns nicht immer einfach ist, diese drei Grundsätze zu beachten, haben wir uns nun ein Format ausgedacht, das uns helfen soll, näher an den Idealzustand heranzukommen.

Ein „Test-Essen“ hilft gegen die Test-Müdigkeit

Um mehr und regelmäßiger Usability-Tests durchzuführen, werden wir ab sofort jeden Monat ein „Test-Essen“ veranstalten. Das Test-Essen soll eine Veranstaltungsreihe werden, bei der interessierte Firmen, Agenturen und Start-ups aus dem Rhein-Main-Gebiet zusammenkommen und ihre aktuellen Entwicklungen gegenseitig auf ihre Nutzbarkeit testen. Dazu soll es jeweils einen thematisch passenden Vortrag und etwas zu essen geben.

Die Veranstaltung soll wie ein Wanderpokal von Firma zu Firma ziehen. Die ausrichtende Firma sorgt für einen geeigneten Raum, für die Verpflegung der Teilnehmer und dafür, dass interessierte Mitarbeiter aus ihrem Unternehmen als Testpersonen teilnehmen.

Die Vorteile für alle teilnehmenden Personen und Firmen sind:

  • Eine Möglichkeit, die aktuellen Entwicklungen regelmäßig zu testen.
  • Immer wieder neue Testpersonen für Usability-Tests
  • Wissensaustausch im Bereich Usability 
Das erste „Testessen“ bei quäntchen+glück in Darmstadt
Das erste „Test-Essen“ bei quäntchen+glück in Darmstadt

Bei einer ersten Test-Veranstaltung in der letzten Woche waren wir bei der Agentur für Onlinekommunikation quäntchen+glück zu Gast und haben dort alle Teilnehmer mit kostenloser Pizza versorgt. Schwerpunktmäßig haben wir uns mit der „Thinking-Aloud“-Methode beschäftigt und diese dann gleich mit den Teilnehmern und den mitgebrachten Prototypen getestet.

So kamen die Testpersonen zum Beispiel schon mal in Kontakt mit einer weiterentwickelten Fahrt-Detailseite von flinc.org, einer überarbeiteten Webseite der Darmstädter Centralstation oder dem neuen Blog der Profilwerkstatt.

Für das nächste Test-Essen suchen wir noch weitere teilnehmende Firmen, Agenturen oder Start-ups aus dem Rhein-Main-Gebiet. Wer also Lust hast, sich uns anzuschließen, kann sich einfach per E-Mail an philipp.hormel@flincteam.org wenden.

– Mehr Infos zum Usability-Testessen findet man jetzt auch unter http://www.usability-testessen.de –

 

Autor: Philipp Hormel
Er sieht die Dinge gerne durch die Nutzerbrille.

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