„Sharing is caring“ – Warum die Share Economy unser Leben bereichern kann

Um ein Loch zu bohren, direkt eine Bohrmaschine kaufen? Oder für vier Fahrten im Monat ein eigenes Auto anschaffen? Muss das sein? Nö, muss es nicht. Darf ich vorstellen: Die Share Economy. – Elisabeth

„Was für’n Ding?“

Eigentlich ganz einfach: Es geht ums Teilen. Darum, Konsumgüter und Dienstleistungen nicht mehr nur für sich selbst zu nutzen, sondern auch anderen Personen zur Verfügung zu stellen. Hier gibt es kein: Mein Haus, mein Auto, mein Boot oder mein MacBook Air – hier wird geteilt!

 

Share Economy

So kann man beim Couchsurfing Rucksackreisenden sein Sofa als Schlafplatz anbieten, beim Foodsharing Hungrigen sein überschüssiges Essen schenken, bevor es schlecht wird, das eigene Auto über Carsharing verleihen, sodass es nicht nur sinnlos herumsteht oder beim Ridesharing seine freien Sitzplätze anbieten, um nicht mit einem leeren Auto zu fahren. Außerdem können und sollen, neben Alltagsgegenständen wie Werkzeug oder Kleidung, natürlich auch Fähigkeiten und Wissen geteilt werden.

It’s all about the web

Viele Sharing-Angebote sind in klassischer Form schon lange bekannt. So ist es nichts Neues, dass man sein Auto mit anderen teilt oder seine leere Wohnung zur Zwischenmiete anbietet. Durch das Internet findet diese Bewegung allerdings auf einem anderen Niveau statt – viel ergiebiger. Das liegt vor allem daran, dass es online viel mehr Möglichkeiten gibt, sich zu vernetzen und neue Dinge auszuprobieren. Außerdem ist es viel einfacher geworden, Sachen zu teilen, sogar mit Fremden. Besonders Wissen wird im Internet schon lange geteilt: ganz easy mit dem Share-Button. Die sozialen Medien haben es vereinfacht, Informationen untereinander auszutauschen und andere User an seinem Wissen teilhaben zu lassen.

Ein weiterer Vorteil des Internets ist es, dass die User eine Bewertungs-Funktion nutzen können. Während man sich normalerweise blind auf unbekannte Personen und Institutionen verlassen muss, hat man auf den meisten Sharing-Plattformen die Möglichkeit, die Nutzer und Unternehmen schon vor dem Kennenlernen durch unabhängige Bewertungen einschätzen zu können. Man kann die Erfahrungen anderer Nutzer nachlesen und sich so ein Bild davon machen, was auf einen zukommt.

Beim Teilen denken viele gleich an Verzicht. Natürlich kann man dann nicht mehr alle Gegenstände sein Eigen nennen, dennoch gibt es einige gute Gründe, warum wir der Share Economy eine Chance geben sollten.

Wir kaufen uns unglücklich!

Konsum macht uns nicht glücklich, sondern bedeutet einfach nur Stress. Wir wenden so viel Zeit auf, um zu konsumieren, sodass wir keine freie Minute mehr haben, es zu genießen.

„Wir leben in einer reizüberfluteten Konsumsphäre, und mittlerweile ist der Punkt erreicht, an dem weiterer Konsum gar nicht mehr dazu beiträgt, dass das subjektive Wohlbefinden steigt“, so Niko Paech, deutscher Volkswirt und Begründer des Begriffs der Postwachstums-Ökonomie im Interview mit FORMAT-Redakteurin Martina Bachler. Jeder braucht immer das neueste, schnellste und beste Modell, das es zurzeit auf dem Markt gibt. Und warum das alles? „Wir konsumieren, um das Unglück zu vermeiden, das droht, wenn wir nicht dazugehören“, sagt Paech und spricht von einem „Konsum-Burnout“. Wir kaufen also, um anderen zu gefallen, um ein Teil der Gesellschaft zu sein. Dabei kaufen wir uns einfach nur unglücklich.

Es geht um die Geschichte, nicht um das Buch

Auch Philipp Gloeckler, Gründer der App „Why own it“, sagt im Gespräch mit taz.die tageszeitung: „Ich glaube nicht, dass Menschen glücklich sind, wenn sie Geld für Produkte ausgeben, sondern für Erlebnisse“. Es ist also nicht wichtig, eine Bohrmaschine zu haben, sondern ein Loch in der Wand. Und man braucht kein eigenes Auto, sondern nur die Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Es geht darum, die Geschichte zu kennen, nicht darum, das Buch im Regal stehen zu haben.

Es ist nicht notwendig, alle Dinge zu besitzen, sondern Zugang zu ihnen zu haben. Die Share Economy ermöglicht genau das: Alles nutzen, aber fast nichts besitzen.

Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid sind besonders die 14-39-Jährigen am Konzept der Share Economy interessiert. Sie haben schon verschiedene Angebote ausprobiert und sogar in ihr Konsumverhalten integriert. Ein mögliches Zeichen dafür, dass die Share Economy sich weiterentwickeln wird.

Die unnötige Anschaffung selten genutzter Dinge, die Verschmutzung der Umwelt und die teuren Preise sind Hauptmotivation, warum sich die Leute lieber Dinge ausleihen, statt sie zu kaufen. Beim Verleih hingegen spielt vor allem der soziale Aspekt eine große Rolle.

Sharing is caring

Durch gemeinsames Nutzen wird natürlich auch die Umwelt geschont, denn es wird viel weniger produziert, wenn sich nicht jeder die gleichen Dinge kauft. Viele Gegenstände werden häufig sehr selten genutzt, stehen dann nur im Weg und sind eine wirkliche Verschwendung. Wenn solche Dinge geteilt und getauscht werden, ist das eine große Entlastung.

Natürlich spielt hier auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle: Wenn ich das nötige Kleingeld habe, mir eine Bohrmaschine zu kaufen, warum sollte ich sie dann nicht auch anderen zur Verfügung stellen? Es gibt viele Menschen die sich teure Werkzeuge gar nicht leisten können und auf die Möglichkeit angewiesen sind, sich welche ausleihen zu können. Sharing is caring. Teilen bringt die Menschen wieder näher zusammen und macht glücklich. Es wird miteinander kommuniziert, man tauscht seine Erfahrungen aus und tut einander etwas Gutes.

Was ist mir dir, teilst du schon? Nein? Dann probier es doch mal aus und teil dich glücklich 🙂

Autor: Elisabeth Riehle
Ich bin 21 Jahre alt und studiere Onlinekommunikation in Darmstadt. Bei flinc bin ich Werkstudentin im Bereich Content Marketing.