Mit Mitfahrgelegenheiten Geld verdienen

Täglich werden in Deutschland viele Mitfahrgelegenheiten vermittelt. Doch wie sieht das eigentlich mit der Bezahlung aus? Dürft ihr einfach so Geld von Mitfahrern annehmen? – Franzi

Geld verdienen

Autofahren ist teuer, das weiß jeder: Zunächst kostet ein Auto selbst meist Unmengen an Geld in der Anschaffung, des Weiteren muss man auch die Spritkosten im Blick haben und zu guter Letzt sind da noch Versicherungen sowie Werkstattkosten, falls mal etwas kaputt geht. Da wäre es doch ganz praktisch, wenn man sich nebenbei noch etwas dazu verdienen könnte – am besten doch direkt beim Autofahren. Jedoch fragen sich viele Fahrer, wie das rechtlich geregelt ist. Dürft ihr denn nun bei Fahrgemeinschaften oder Mitfahrgelegenheiten Geld verlangen?

Die Antwort ist: Ja, das dürft ihr – solange ihr euch an folgende drei Regeln haltet:

Das Personenbeförderungsgesetz (PerBefG) schreibt vor, dass der Mitfahrverdienst nicht über den Betriebskosten des Autos liegen darf. Angenommen, ein Auto, das auf 100 Kilometer 8 Liter Sprit verbraucht, weist Betriebskosten von 11 Cent pro Kilometer auf, so könnte auf einer Strecke von 20 Kilometer ein Gesamtbetrag von 2,2 Euro verlangt werden. Liegt die Mitfahrgebühr über den Betriebskosten gilt die Fahrt als gewerblich, was ohne Personenbeförderungsschein nicht rechtens ist und bei einem Unfall versicherungstechnische Probleme nach sich zieht.

Eine Beförderung darf ausschließlich in Transportmitteln erfolgen, die nicht mehr als 9 Sitzplätze aufweisen. Bei mehr als 9 Plätzen benötigt man einen Personenbeförderungsschein.

Die Fahrt darf nicht ähnlich eines Linienverkehrs aufgebaut sein. Es ist also nicht erlaubt, ständig dieselbe Strecke zwischen zwei Orten zurückzulegen (und hierfür einen Fahrplan im Internet zu posten).
Erlaubt ist das Verlangen von Geld bei Mitfahrgelegenheiten von anderen also ohne Zweifel – solange ihr diese drei Regeln im Hinterkopf habt. Seid ihr also viel unterwegs und habt Plätze frei, so könnt ihr bei Mitfahrern ein kleines Entgelt verlangen und zumindest einen kleinen Teil der entstandenen Fahrtkosten wieder einholen.

Was macht das aus, wenn ich andere mitnehme?

Um das ein bisschen zu veranschaulichen, haben wir euch ein kleines Beispiel zusammengestellt:

Simon fährt täglich von Darmstadt nach Rüsselsheim zur Arbeit. Das sind (einfache Strecke) etwa 30 Kilometer, wofür er mit ca. 3,50 € Spritkosten rechnen muss. Nimmt er nun Johannes mit und verlangt dafür pauschal 2 €, so hat er seine Spritkosten mehr als halbiert. Doch lasst uns das mal hochrechnen: Simon arbeitet pro Jahr durchschnittlich 250 Tage – mit Hin- und Rückfahrten kommen wir dann auf 1.750 € Spritkosten nur für die Fahrten zwischen Darmstadt und Rüsselsheim. Jedoch nimmt er jeden Tag seinen Kollegen Johannes mit und verlangt aufgrund seines regelmäßigen Mitfahrens pro Fahrt nur 1,50 €. Damit spart er pro Jahr 750 € ein. Im nächsten Jahr findet Marie Simons eingestelltes Angebot bei flinc und da Simon ja noch drei weitere Plätze in seinem Auto frei hat, nimmt er fortan auch Marie für denselben Preis mit. Somit hat Simon im zweiten Jahr für seine Fahrten zur Arbeit und zurück selbst nur noch 250 € an Spritkosten gezahlt – ganz schön clever.

Auch Johannes und Marie sparen dadurch aber deutlich viel Geld. Da sie beide kein Auto haben, müssen sie auf Bahn und Bus zurückgreifen. Für eine Monatskarte zahlen sie je 132 €. Pro Jahr wären dass dann 1.584 € – durch Simons Angebot der Mitfahrgelegenheit zahlen sie jedoch nur 750€ im Jahr und sparen ganze 834 €.

Wer hätte gedacht, dass Mitfahrgelegenheiten SO rentabel sind? Nun stellt sich nur noch die Frage, was euch davon abhält, auch auf eine Mitfahrgelegenheit zurückzugreifen? flinc ist super einfach zu nutzen und im Bezug auf die Frage des Geldes könnt ihr euch von der App einen Fahrpreis vorschlagen lassen – dann stellt sich auch nicht die Frage, wie viel denn nun angemessen ist!

Autor: Franziska Schneider
Studiert Onlinekommunikation, textet für flinc und ist viel im Web unterwegs :)