Mit der Fahrgemeinschaft zur Arbeit: Wer zahlt bei einem Unfall?

Unternehmen, die über die Einführung eines Mitfahrnetzwerks wie flinc nachdenken, stellen sich oftmals die Frage: „Wie ist das eigentlich mit der Versicherung und Arbeitswegunfällen bei Fahrgemeinschaften?“. Doch nicht nur auf Seiten des Arbeitgebers, sondern auch bei Arbeitnehmern herrscht häufig Unsicherheit.

Lizenz: CC0 1.0 Universal / Quelle: http://pixabay.com/en/headlamp-accident-auto-blue-broken-2940/
Lizenz: CC0 1.0 Universal / Quelle: http://pixabay.com/en/headlamp-accident-auto-blue-broken-2940/

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Viele Berufstätige kennen die Gefahren auf dem täglichen Weg zur Arbeit: Im dichten Berufsverkehr sind Unfälle leider keine Seltenheit. Die Bildung einer Fahrgemeinschaft bietet ein Stück mehr Sicherheit: Eine Studie der „Initivative Sicherer Arbeitsweg“ – an der unter anderem BASF, Abbott und Evonik beteiligt sind – zeigt, dass es viermal sicherer ist, mit einer Fahrgemeinschaft zur Arbeit zu fahren, als alleine.

Es hat gekracht? Sind Mitfahrer in diesem Fall versichert?

Bei der Beantwortung der Versicherungsfrage sind folgende zwei Dinge zu unterscheiden:

  • Der Unfall passiert in der Freizeit
  • Der Unfall passiert auf dem Weg zur Arbeit

Die Haftungs- und Versicherungsfrage ist bei Unfällen, die in der Freizeit passieren, eindeutig geregelt. Die normale KFZ-Haftpflichtversicherung kommt für Personenschäden auf und ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Schadensumme von 7,5 Millionen Euro abzudecken.

Deshalb empfiehlt Edda Costello von der Verbraucherschutzzentrale Hamburg in der Frankfurter Allgemeine Zeitung:

„Eine Insassenunfallversicherung können sich die Autofahrer getrost sparen“

Die Entschädigungsleistung bei Personenschäden bewegt sich je nach Versicherung pro Person zwischen 8 und 15 Millionen Euro.

Und auf dem Weg zur Arbeit?

Unfälle, die auf dem Weg zur Arbeit passieren, sind laut Gesetz Arbeitsunfälle. Auch wenn man nicht den direkten Weg fährt, sondern einen Kollegen unterwegs abholt. In solchen Fällen greift der Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft. Das Mitnehmen von anderen Personen wird sogar explizit im Gesetzestext (SGB 7, §8 Arbeitsunfall) erwähnt:

(2) Versicherte Tätigkeiten sind auch:

  1. (…)
  2. das Zurücklegen des von einem unmittelbaren Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit abweichenden Weges, um
    • a) (…)
    • b) mit anderen Berufstätigen oder Versicherten gemeinsam ein Fahrzeug zu benutzen, (…)

Die Versicherungsfrage ist damit nicht nur für das Mitnehmen von Freunden und Bekannten in der Freizeit, sondern auch bei der Mitnahme von Kollegen eindeutig geregelt. Die Bedenken von Unternehmen oder ihrer Mitarbeiter sind unbegründet. Entspannte Fahrt zur Arbeit!

Quellen: Studie der „Initivative Sicherer Arbeitsweg“Wikipedia: Kfz-Haftpflichtversicherung (Deckungssumme),  Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter — §4 , FAZ: „Wer zahlt, wenn es kracht?“Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung — § 8 Arbeitsunfall

Autor: Moritz Keck
Business Developer bei flinc