Haftung bei Mitfahrgelegenheiten

Welche Regelungen gelten im Bezug auf Haftung bei Mitfahrgelegenheiten? Immer wieder wird uns diese Frage gestellt. Grund genug, eine kurze Übersicht zu liefern.

Als Mitfahrer ist man bei einer privaten Mitfahrgelegenheit im Falle eines Unfalls über die private Haftpflichtversicherung des Fahrers abgesichert. Unabhängig davon, ob es sich bei der Fahrt um eine private Fahrt oder eine Fahrt zur Arbeit handelt, muss der Fahrer keine zusätzliche Insassenversicherung abschließen. Die Haftpflichtversicherung des Fahrers kommt für alle Schäden der Insassen (Personenschäden und Schmerzensgeld) auf.

Wichtig ist, dass es sich um keine kommerzielle Fahrt handeln darf. Hierzu haben wir bereits einen Blogpost verfasst „Mit Mitfahrgelegenheiten Geld verdienen?“. Handelt es sich um eine kommerzielle bzw. gewerbsmäßige Fahrt, besteht kein Schutz durch private die Haftpflichtversicherung.

Bei sehr schweren Unfällen kann es dazu kommen, dass die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung überschritten wird. Es ist daher anzuraten, eine unbegrenzte Deckung mit der Versicherung zu vereinbaren. Personenschäden sind je nach Versicherung mit ca. 7,5 Mio Euro abgesichert.

Die Versicherungsfrage ist bei Mitfahrgelegenheiten gesetzlich eindeutig geregelt. Hält sich der Fahrer an bestehende Bestimmungen, wird er durch die Haftpflichtversicherung abgesichert.

Ein wenig ausführlicher könnt ihr die Haftungsfrage auch auf der folgenden Seite nachlesen. Wenn ihr konkrete Fragestellungen bezüglich der Versicherung bei Mitfahrgelegenheiten habt, schreibt doch einfach einen Kommentar im Forum oder hier im Blog.

Autor: Benjamin Kirschner
Benjamin ist Mitgründer und Marketer bei flinc.

11 Kommentare

  1. Wie verhält es sich haftungstechnisch, wenn ich als Fahrer aus wichtigen Gründen eine Fahrt kurzfristig absagen muss? Konkret beschäftigt mich die Frage, ob ich mit einer Zusage einen rechtsverbindlichen Vertrag eingehe.
    Es ist natürlich unwahrscheinlich, dass mich ein Mitfahrer wegen einer nicht stattgefundenen Fahrt rechtlich belangt. Und der Mitfahrer soll sich ja auch auf eine Zusage verlassen können. Aber lieber vorher Klarheit, als hinterher Tränen 🙂

    Vielen Dank für eure ansonsten sehr ausführlichen Erklärungen!

    Gruß, Patrick

    1. Hallo Patrick,

      wenn du aus wichtigen Gründen absagen musst, ist das natürlich schade und blöd für den Mitfahrer. Solche Fälle können jedoch auftreten und sind nicht zu verhindern (Autopanne, Krankheit). Haftungstechnisch kannst du nicht belangt werden. Wenn du dem Mitfahrer jedoch keinen guten Grund für die Absage lieferst, wird er dich evtl. schlecht bewerten. Viel Spaß mit flinc!

      Viele Grüße
      Benjamin

      1. Ich finde hierzu im Netz wenige bis keine rechtlich fundierten Abgesehen, davon, dass die wenigesten klagen würden: Kommt bei privaten Fahrgemeinschaften nicht doch eine Willenserklärung zustande, die zum Schadenersatz verpflichten/berechtigen würde (z.B. Fahrtmehrkosten für dringenden Termin, wenn Fahrer nicht abholt, Schadenesrsatz, wenn Mitfahrer nicht für Spanienmitfahrt absagt)? Das muss doch irgendwo schon mal ausführlich thematisiert worden sein. Mich interessiert das nur grundsätzlich.

        P.S: Erst seit kurtzem flincer. Wirklich klasse Konzept!:-)

  2. Hey,

    ich habe vor kurzem etwas ganz verrücktes erlebt. Habe bei MFG eine Fahrt abgemacht, diese aber wenige Std. später aus mehreren Gründen wieder abgesagt. Daraufhin meldete sich der Fahrer 6 Stunden später und meinte, ich sollte trotzdem bezahlen, da der Platz nicht anderweitig besetzt werden würde und ihm dadurch ein Schaden entstanden sei.
    Ich sagte nur, dass ich es nicht einsehe.., schließlich meinte er dann mir mit einem jur. Verfahren drohen zu können… meint Ihr, es ist rechtens?? Dazu zu sagen ist noch, dass der Fahrer selbst schon Einträge am schwarzen Brett der MFG hat und u.a. schon mal eine Fahrt gar nicht angetreten ist, obwohl er Mitfahrer hatte und er diesen nicht abgesagt hat.

    Ich bin einfach nur empört und finde seine Einschüchterungsversuche eine echte Frechheit!
    Danke für Eure Antworten und Kommentare!!

    Viele Grüße,
    A.G.

    1. Na du musst dir doch nur eine einzige Frage stellen (selbst, wenn er theoretisch Anspruch auf irgendwas hätte):

      Wie will er als Kläger denn nachweisen, dass ihr euch verbindlich abgesprochen habt?
      Das wird mündlich am Telefon passiert sein, nehme ich an. Damit hat sich sein Versuch schon erledigt. (Er will ja was von dir, also liegt die Nachweispflicht bei ihm!)

      Ich sehe da mit meinem jur. Grundwissen keine Chance für ihn. Mach dir keine Gedanken. Ausserdem sind die Zivilgerichte schon so voll mit allem möglichen Scheiss. Bei so einem marginalen Streitwert wird sich kein Richter hinsetzen und eine Verhandlung einberufen.
      Er müsste auch erstmal in teure Vorleistung gehen, selbst wenn er klagen wollte und könnte. Zivilrechtsschutz gibts meines wissens nicht. 😉 Der blufft, woll’n wir wetten?

  3. Was interessiert es denn meine Versicherungen, ob und wieviel Geld ich als Fahrer von meinem Mitfahrer für die Tour bekommen habe?

    Selbst, wenn es stimmt: Ich stelle ja keine Rechnung aus. Offiziell ist nie Geld geflossen, alle sind glücklich im Falle eines Falles und fertig.

  4. Die Aussage zur Haftung verblüfft mich – denn

    1. Ist die Haftpflichtverrsicherung des HALTERS, nicht des Fahrers zuständig

    2. Welche Fahrer-Sozialversicherung soll den Haftungsschäden bei Mitfahrern abdecken?
    (Bitte entsprechenden SGB – Paragraphen)

    Sicher ist eine Absicherung (nicht Haftung) durch die für den Verunfalllten zuständige BG gegeben, sofern es sich um eine dienstliche Fahrt handelt.
    Gruß

    Privacy

  5. Hallo,
    wie ist es denn wenn man Mitfahrer dabei hat und dann eine Autopanne hat? Muss man dann den Mitfahrern z.B. das Taxi zum nächsten Bahnhof bezahlen usw.?

  6. Hey an alle,

    wenn ich das hier so alles lese, vergeht mir als
    Fahrer echt die Lust noch einmal jemanden mit
    zu nehmen. Ich nehme meistens Personen mit,
    weil ich es schön finde nette Menschen kennen
    zu lernen.

    Wenn jetzt aber irgendjemand ohne Erfahrung
    ganz versehentlich und ganz ohne Absicht und
    ohne dass ich irgendetwas machen konnte in
    meine Beifahrertür fährt, auf dem mein netter
    Mitfahrer sitzt, dann bin ich verpflichtet Ihm
    Schmerzensgeld zu zahlen. Kann mir mal einer
    sagen warum ich bei der Gefahr noch jemanden
    mitnehmen sollte??? Wenn dann überall auch noch
    zusätzlich zu lesen ist, dass der Mitfahrer die Haftungsverzichtserklärungen (z.B. vom ADAC) nicht
    unterschreiben soll, dann kommt mir echt der Gedanke,
    „Na dann sollen die ganzen Mitfahrer und
    Billigfahrer doch wieder zur DB gehen oder
    sich ein Taxi nehmen“

    Mir ist schon bewusst, dass dies ein Gesetz ist,
    aber nachvollziehen kann ich das nicht.
    Was mich nun auch zu einer Frage bringt.
    Wenn ich jetzt einen Umweg nur für diesen Mitfahrer
    fahre und auf diesem Umweg fährt mir dann einer
    in die Fahrerseite und ich bin nicht Schuld an dem
    Unfall, kann ich dann auch Schmerzensgeld von
    meinem Mitfahrer verlangen, weil dieser Umweg ja nur
    für Ihn wäre und dieser Unfall ansonsten nicht passiert
    wäre??? 😉

    Auch hier die nächste Frage, wenn ich jetzt nicht
    losfahre, bevor der Mitfahrer die Haftungsverzichtserklärungen unterschrieben hat,
    ist das dann Nötigung? Ich mein ich darf ja auch
    als Kraftfahrzeugsführer nicht losfahren, wenn mein
    Mitfahrer nicht angeschnallt ist.

    Also, ich glaube mir ist dass alles viel zu umständlich
    und ich unterlasse es ab jetzt weiterhin Mitfahrer mitzunehmen.
    Schade eigentlich, da ich das Prinzip gut finde, aber wir
    leben nun mal in Deutschland und da muss alles genau
    nach Vorschrift gehen, auch wenn diese das ganze
    Thema dadurch ad absurdum geführt wird…

    Viele Grüße
    Nils

  7. Nehmen wir an eine Mitfahrgelegenheit wird 50 Minuten vorher als Mitfahrer via Nachricht über das Portal abgesagt. Kann das rechtliche Konsequenzen haben?

    1. Hallo Tom,

      ich kann dir leider keine Ja / Nein Antwort geben. Finanztip hat hierzu aber einen sehr guten Beitrag geschrieben. Schau mal ein bisschen weiter unten im Artikel unter „Juristen sind uneins über Schadenersatzansprüche “ http://www.finanztip.de/mitfahrgelegenheit/ Wichtig ist aus unserer Sicht, dass Nutzer offen und schnell kommunizieren, wenn es zu Verspätungen oder Fahrtausfällen kommt. Sollte ein Fahrer einfach nicht erscheinen, kannst du ihm eine negative Bewertung geben und damit sein Verhalten abstrafen.

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