Gemeinsam fahren und Steuern sparen

Dass man durch Fahrgemeinschaften Geld sparen kann, ist kein Geheimnis mehr. Doch wie sieht es mit der Steuererklärung aus? Kann man auch hier durch gemeinsames Fahren punkten? – Tuan

Zusammenfahren und Steuern sparen.

Deutschland wird nicht umsonst die Republik der Pendler genannt: Aktuell gibt es etwa 30 Millionen Berufspendler, die täglich eine Strecke zwischen Wohnort und Arbeitsstätte fahren. Was die meisten nicht wissen: Wer sich zu einer Fahrgemeinschaft zusammenschließt, hat die Möglichkeit, in der eigenen Einkommensteuererklärung die so genannte Entfernungspauschale zu beanspruchen und sich bares Geld zurückholen.

Dabei gilt, dass beide Seiten – sowohl Fahrer als auch Mitfahrer – Anspruch auf Gewährung der Entfernungspauschale haben. Allerdings wird die zurückgelegte Distanz bei jedem individuell berechnet: Im Allgemeinen wird die kürzeste Straßenverbindung in vollen Kilometern als Messwert genommen. Es können aber auch längere Strecken angerechnet werden, sofern sie regelmäßig genutzt werden und augenscheinlich verkehrsgünstiger sind und somit die Arbeitsstelle schneller und pünktlicher erreicht werden kann. Umwegstrecken, um beispielsweise Mitfahrer abzuholen, fließen nicht in die Berechnung mit ein.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Typen von Fahrgemeinschaften:

Einseitige Fahrgemeinschaften

Bei einseitigen Fahrgemeinschaften setzt ein fester Fahrer seinen eigenen Pkw ein. Der Fahrer bleibt also immer gleich, die Mitfahrer variieren. Für den Fahrer gibt es in diesem Fall keine Begrenzung der Entfernungspauschale, beim Mitfahrer ist sie auf 4.500 Euro begrenzt.

Beispielrechnung:

Christian fährt mit seinem eigenen Fahrzeug und nimmt Kollegin Kathrin an 250 Arbeitstagen im Jahr mit. Die einfache Strecke zwischen Wohnort und Arbeitsstätte beträgt 70 Kilometer.

  • Anzahl der Arbeitstage x Kilometer x 0,30 Euro
  • 250 x 70 x 0,30 = 5.250 Euro

Christian greift auf die unbegrenzte Entfernungspauschale zurück: Ihm werden also 5.250 Euro gewährt. Bei Kathrin greift die Begrenzung der Entfernungspauschale: Sie kann also maximal 4.500 Euro zurückbekommen. Sofern Christian von Kathrin noch zusätzlich einen Zuschuss erhält, beispielsweise wenn sie sich an den Spritkosten beteiligt, muss er diese unter den “Sonstigen Einkünften” angeben. Sollte Christian allerdings einen Umweg fahren, um Kathrin abzuholen und zurückzubringen, kann er pro gefahrenen Kilometer 30 Cent und zuzüglich 2 Cent pro Kilometer je Mitfahrer als Werbungskosten abziehen. Bleiben seine “Sonstigen Einkünfte” unter 256 Euro im Jahr, müssen diese nicht versteuert werden.

Wechselseitige Fahrgemeinschaften

In diesem Beispiel besitzen Christian und Kathrin je ein eigenes Fahrzeug und wechseln sich regelmäßig mit dem Fahren ab. Sinnvoll ist dabei, ein Fahrtenbuch zu führen, das exakt die Tage und die zurückgelegten Strecken dokumentiert.

Beispielrechnung:

Christian und Kathrin fahren an 240 Arbeitstagen im Jahr gemeinsam zur Arbeit. Die einfache Strecke beträgt 70 Kilometer und beide fahren abwechselnd, jeder jeweils 120 Arbeitstage im Jahr.

Die Berechnung der Entfernungspauschale ergibt sich aus drei Teilen, wobei diese für beide gleich ist. Begrenzte Entfernungspauschale bei Mitfahrt im PKW des anderen:

  1. 120 Arbeitstage x 70 Kilometer x 0,30 Euro = 2.520 Euro
    (Der Höchstbetrag von 4.500 Euro wird nicht überschritten.)
  2. Unbegrenzte Entfernungspauschale für Fahrten mit eigenem PKW:
    120 Arbeitstage x 70 Kilometer x 0,30 Euro = 2.520 Euro
  3. Anzusetzende Entfernungspauschale Summe aus (1) und (2) = 5.040 Euro

In diesem Fall wird beiden Mitgliedern der Fahrgemeinschaft die gleiche Summe gewährt. Im Vergleich zur einseitigen Fahrgemeinschaft bekommt Christian zwar etwas mehr und Kathrin etwas weniger, allerdings werden die jeweiligen Fahrzeuge deutlich mehr geschont, der Verschleiß ist viel geringer. Wer also viel pendelt und noch freie Plätze hat, sollte über eine Fahrgemeinschaft nachdenken. Eine Win-Win-Situation, bei der beide Seiten profitieren.

Wie sieht es mit der Unfallversicherung aus?

Man unterscheidet zwei Fälle:

  1. Sollte Christian alleine fahren, ist er bei einem Unfall nur versichert, wenn er direkt von der Arbeitsstätte nach Hause oder umgekehrt fährt. Fährt er allerdings noch zum Einkaufen oder einen anderen privaten Umweg, greift der Unfallschutz nicht.
  2. Bei Fahrgemeinschaften sieht das anders aus: Dort sind nicht nur direkte Strecken, sondern auch Umwege zum Abholen und Zurückbringen der Mitfahrer gesetzlich versichert.

 

Wenn ihr gemeinsam unterwegs seid, spart ihr nicht nur Benzinkosten, sondern habt auch Vorteile bei der Steuerabrechnung. Mit flinc spart ihr also täglich bares Geld auf dem Weg zur Arbeit, zur Uni oder zum Sport. Was ist mit euch: Zahlt ihr noch oder spart ihr schon?

Autor: Tuan Lai
Hallo, Tuan hier. Ich studiere Onlinekommunikation in Darmstadt. Bei flinc bin ich Werkstudent im Bereich Content Marketing & Customer Support.