Eigenes Auto? Welche Kosten tatsächlich anfallen!

Im folgenden Text plaudere ich ein wenig aus dem Nähkästchen — es geht um mein erstes eigenes Auto, die Kosten, um es zu unterhalten und die Gründe, warum ich mein doch so geliebtes Fahrzeug in der Hauptstadt gelassen habe. – Tuan

Mit 7 Jahren eingeschult, mit 14 zum jungen Erwachsenen gekürt und mit 18 Jahren dann endlich volljährig. Was fehlt da noch, um die endgültige Unabhängigkeit zu besiegeln? Ja, richtig, das erste eigene Auto!

Autokosten_Tuan

Aber bevor ich hier mit Zahlen rund um das Auto jongliere, noch eine kleine Vorgeschichte. Spulen wir etwa fünf Jahre zurück, das letzte Jahr vor dem Abitur. Der Sommer stand vor der Tür und als Juli-Kind auch mein 18. Geburtstag. Mama versprach mir mein erstes eigenes Auto. Und sie hielt ihr Wort. Mit meinen hart ersparten 500€ und weiteren 250€ von ihr erfüllte ich mir den Traum vom ersten eigenen Auto.

Mein „Baby“, so wie ich es liebevoll taufte, war ein türkisfarbener Opel Corsa B, Baujahr ’94 mit 45 PS unter der Haube. Ein richtiger kleiner Stadtflitzer eben. Es dauerte auch nicht lange, bis ich die Straßen Berlins unsicher machte. Übrigens, die erste komplette Tankfüllung (45 Liter Super, ≈ 65 €) spendierte mir Daddy.

Da ich mit meinem recht überschaubaren Schüler-Budget meist nur für 10€ oder 20€ getankt habe, wurde der Reservetank des Öfteren auch mal ausgereizt. Eins sage ich euch: Ich hatte selten so viel Nervenkitzel, wie beim Anblick auf die Tanknadel, die sich immer weiter in die kritische Richtung bewegte. Adrenalin pur.

Mit steigenden Kosten sanken exponentiell meine Glücksgefühle

Die Rechnungen flatterten nur so ins Haus. Jeder kennt den weisen Spruch: „Ein Auto zu kaufen, ist die eine Sache, es zu unterhalten, die andere.“ Könnte glatt von meiner Mutter stammen. Tat es auch. Sie hat mich quasi darauf vorbereitet. Aber ich als Straßen-Rebell und Verfechter der eigenen Unabhängigkeit wollte einfach nicht hören. Das sollte sich rächen. Ich merkte recht schnell, welche Aufwendungen ein Auto mit sich bringt. Neben den Kosten für Anschaffung, Kfz-Versicherung oder ADAC-Mitgliedschaft gesellten sich noch variable Kosten für den Kraftstoffverbrauch und diverse Reparaturen dazu. Im Schnitt legte ich innerhalb einer Woche etwa 100 km zurück. Vorrangig kürzere Strecken von Zuhause zur Schule und zum Sport.

Wie viel das in Zahlen ausgedrückt ist, seht ihr hier:

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Die Übersicht zeigt nur einen Teil der gesamten Kosten. Hinzu kommen noch die individuelle Fahrweise, die zurückgelegte Strecke und der Verbrauch des Autos. Des Weiteren habe ich die Kosten für die komplette Instandhaltung (Haupt- und Abgasuntersuchung, Inspektion), den Verschleiß, die Ausgaben für den Autokredit bzw. kalkulatorische Größen bewusst außer Acht gelassen. Eine ausführliche Beispielrechnung zu allen relevanten Kosten findet ihr hier!

Übrigens, meine Jungs sehen mich als ziemlich entspannten Fahrer. Zitat: „Tuan, du fährst echt entspannt und sicher, aber jedes Mal, wenn ich aussteige, bin ich danach todmüde.“ Tja, doch nicht so ganz rebellisch, wie ich dachte.

Baby und ich gehen getrennte Wege

Die Ausgaben waren immens. Zudem kamen immer mehr Reparaturen dazu, um das Auto am Leben zu halten. Rost, defekte Elektronik oder verschlissene Bremsen sind nur einige von vielen kleinen Krankheiten. Baby und ich litten sehr unter der Situation, sodass ich letzten Endes beschloss, sie nach vier tollen Jahren für 50€ an die Werkstatt meines Vertrauens zu verkaufen. Baby ist jetzt an einem besseren Ort.

Um dennoch ab und zu mobil zu sein, nutzte ich für kurze Strecken Daimlers Anbieter car2go. Mit der Zeit sammelten sich auch hier wieder Summen an, sodass ich letzten Endes wieder auf die Öffentlichen zurückgreifen musste.

Mein Schlusswort: Ich möchte hier keinesfalls die Anschaffung eines eigenen Autos schwarzmalen. Jedoch solltet ihr euch vorher im Klaren darüber sein, welche Kosten auf euch aufprallen werden. Gerade als Schüler oder Student ist es oftmals nicht einfach, die erheblichen Kosten zu stemmen. Sollte ich jedoch in Zukunft  wieder die Chance haben, ein eigenes Auto zu besitzen, würde ich natürlich nicht nein sagen. Allerdings würde ich dann versuchen, die ohnehin vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Das heißt,  meine freien Plätze im Auto zu füllen. Sowohl auf kurzen als auch auf langen Strecken. Quasi ein paar Gedanken aus der Tramper-Kultur mitnehmen!

Wer also auf ein eigenes Auto verzichten möchte, könnte sich ja einmal überlegen, wie unsere Welt mit 50% weniger Autos aussehen würde.

 

 

Autor: Tuan Lai
Hallo, Tuan hier. Ich studiere Onlinekommunikation in Darmstadt. Bei flinc bin ich Werkstudent im Bereich Content Marketing & Customer Support.

1 Kommentar

  1. Sehr interessanter Beitrag! Ein eigenes Auto ist nicht nur mit der Anschaffung und Benzinkosten verbunden. Auch fallen Reparaturen an und es müssen auch von Zeit zu Zeit mal neue Teile wie Reifen her. Tipp: Ab und zu mal online schauen. Manchmal findet man einen Reifendirekt Gutschein oder ähnliche. Da kann man immerhin bisschen sparen. Weiter so!

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