Die Zukunft der Mobilität ist vernetzt

„Connected Cars“ – ein Schlagwort, das immer wieder im Zusammenhang mit der Mobilität der Zukunft fällt. Ein Connected Car, also vernetztes Fahrzeug, ist mit dem Internet verbunden und ermöglicht so die Verbindung mit anderen Geräten wie Smartphones oder auch Infrastrukturen wie Ampeln oder Häusern. Doch wie genau wird das ganze Konstrukt funktionieren und an welchen Stellen hapert es noch? – Tuan

iPhone 5s im Auto

Aktuell sind moderne Fahrzeuge bereits mit intelligenten Fahrassistenzsystemen wie Navis oder Spurassistenten ausgestattet, die das Fahren sicherer und komfortabler machen. Die Systeme helfen beim Abbiegen und beim Halten der Spur – man spricht von einer internen Vernetzung im Auto.

Aber da geht noch mehr: In Zukunft werden Fahrzeuge autonom fahren und dabei permanent mit anderen Fahrzeugen (Car-2-Car Kommunikation), mit der Umwelt und dem eigenen Zuhause (Car-2-X Kommunikation) auch extern vernetzt sein. Es wird ein ständiger Informationsaustausch zwischen den Akteuren im Straßenverkehr stattfinden. Möglich machen es unsichtbare Daten-Clouds, die die Informationen online verarbeiten und an Fahrzeuge, Umwelt und Eigenheim weiterleiten.

So werden sich die „smarten“ Fahrzeuge mit Hilfe eingebauter Sensoren gegenseitig vor Gefahrenzonen warnen oder Hinweise auf das Ende eines Staus geben. Auch die Umgebung wird intelligenter: Ampeln funken heranfahrende Autos an, um sie über die aktuelle Ampelphase zu informieren. So können frühzeitige Warnungen vor Hindernissen oder schlechten Verkehrslagen ausgesprochen werden.

Das Zusammenspiel der Fahrzeuge mit der Umwelt wird in der Gesamtheit zu flüssigerem Verkehr und weniger Staus führen – was wiederum eine Schadstoffreduktion bedeutet.

Potenziale der vernetzten Fahrzeuge

Die Vernetzung der Fahrzeuge spielt auf dem Weg zum autonomen Fahren eine tragende Rolle.

Besserer Straßenverkehr

  • Der Straßenverkehr wird flüssiger, da Fahrer mit Hilfe von Echtzeitdaten ihre Fahrweise und Route auf die aktuelle Verkehrslage anpassen könnten. Das vernetzte Fahren kann wesentlich dazu beitragen, den Verkehr besser zu koordinieren und somit flüssiger zu gestalten.

Mehr Verkehrssicherheit

  • Die meisten Unfälle – etwa 90 Prozent – sind laut Statistischem Bundesamt auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Nur ein Prozent machen dagegen technische Mängel aus. Weiterentwickelte Fahrassistenzsysteme und Warnungen durch die Car-2-Car/Car-2-X Kommunikation könnten in gefährlichen Verkehrssituationen entscheidend die Sicherheit erhöhen.

Nachhaltige Mobilität

  • Im Vergleich zu fließenden Verkehr führen Staus zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und folglich zu mehr Emissionen. Durch die bessere Koordination des Verkehrsflusses und die optimale Kapazitätsauslastung der Straßen entstehen weniger Stop-and-go Situationen. Wird zudem noch mehr auf Elektromobilität gesetzt, könnten die Abgase noch weiter reduziert werden.

Das Individuum im Zentrum der Vernetzung

Die Vernetzung der Fahrzeuge mit anderen Fahrzeugen und der Umwelt wird nicht nur Auswirkungen auf die Verkehrssituation haben, sondern auch auf die einzelne Person.

Das Auto per App zur Haustür bestellen oder beim Fahren die Zimmertemperatur im Eigenheim steuern werden keine Zukunftsmusik mehr sein. Im Hinblick auf das große Ziel, dem autonomen Fahren, gewinnt das Individuum dadurch nicht nur an Flexibilität, sondern auch an kostbarer Zeit – denn schließlich verbringt der Autofahrer durchschnittlich bis zu vier Jahre in seinem Leben hinter dem Steuer.

Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug wird dabei das Smartphone sein, das in Zukunft noch wesentlich tiefer im Fahrzeug integriert sein wird und das fortan nicht mehr nur als Audio-Quelle eingesetzt wird. Die Nutzungsgewohnheiten des Individuums werden analysiert und optimiert, um den Alltag effizienter und komfortabler zu gestalten.

Das Auto wird zur angreifbaren Datenkrake

Die Vernetzung der Fahrzeuge bringt aber nicht nur neue Möglichkeiten für die zukünftige Mobilität, sondern gleichzeitig auch neue Gefahren mit sich: Je vernetzter das Fahrzeug ist, desto mehr Angriffsfläche bietet es. Durch stetig anhaltende Internetverbindungen könnten Hacker in das Bordsystem eindringen und es aus der Ferne manipulieren. Sekundäre Funktionen wie die Scheibenwischer oder die Klimaanlage könnten gesteuert werden, aber auch Angriffe auf primäre Funktionen wie die Bremsen sind denkbar. Dass die in Fahrzeugen verbauten Systeme durchaus Sicherheitslücken aufweisen, zeigen die jüngsten Auto-Hacks.

Auch das Thema Datenschutz wird eine tragende Rolle spielen. Schon jetzt sammeln Fahrassistenzsysteme wie Navis oder Geschwindigkeits-Assistenten Informationen über den Fahrer. Dass diese Daten in der Vergangenheit von Autowerkstätten zur Fehlerdiagnose ausgelesen wurden, beunruhigte die wenigsten. Aber sobald diese gespeicherten Daten Rückschlüsse auf den Fahrer geben, gibt das zu denken. Welche Strecke wird häufig gefahren? Wie schnell war der Fahrer unterwegs? Sensible Daten werden transparenter, der Fahrer gläsern, wie im Beispiel eines Carsharing-Nutzers. Das Auto wird nicht mehr nur reines Nutzfahrzeug sein, um von A nach B zu kommen, sondern vielmehr zu einer Plattform für digitale Produkte werden.

Die Standards für die Zukunft der Mobilität

Um die zukünftige Mobilität zu realisieren, gilt es, die Teilbereiche Infrastruktur, Recht, Vernetzung sowie IT-Sicherheit und Datenschutz weiterzuentwickeln.

Infrastruktur

  • Vernetztes und autonomes Fahren braucht eine intelligente Verkehrsinfrastruktur, Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung, Sensoren in Gebäuden und Ampelanlagen, welche Informationen über die Verkehrslage und die Umgebung sammeln und in Echtzeit „intelligent“ an die Fahrzeuge weitergeben.

Recht

  • Aktuell ist in Deutschland der gesetzliche Rahmen für die neuen Fahrsysteme noch nicht ausreichend angepasst und bremst deshalb die schnelle Markteinführung aus. Ein erster Schritt in Richtung autonomes Fahren wurde im Mai 2014 gemacht. Die Wiener Konvention, auf die sich die deutsche Fahrerlaubnisverordnung (FeV) bezieht, wurde um einen Punkt aktualisiert: Fahrassistenzsysteme werden zugelassen. Jedoch nur die, bei denen der Fahrer jederzeit in der Lage ist, das Auto wieder komplett selbst zu übernehmen – für autonome Fahrzeuge gibt es bislang noch keine einheitliche Regelung.

Vernetzung

  • Beim Zusammenspiel zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur werden Daten erhoben, verarbeitet und verknüpft. Diese müssen präzise Informationen über die aktuelle Verkehrssituation, die Infrastruktur und die Fahrweise anderer Fahrer beinhalten und intelligent in einen Kontext gebracht werden, um vernetztes und autonomes Fahren zu realisieren.

IT-Sicherheit und Datenschutz

  • Die zunehmende Digitalisierung bewirkt auch einen riesigen Datenzuwachs: Das wiederum bedeutet, dass klare Standards zur Sicherheit und zum Datenschutz formuliert werden müssen.

„Wir sind auf einem guten Weg“

Und das ist keine Floskel, sondern Realität. Denn nicht nur die Autohersteller sind treibende Kräfte, auch IT-Riesen wie Google oder Apple oder Fahrdienste wie Uber und Lyft wollen ein Stück vom Mobilitäts-Kuchen. Dabei arbeiten sie sowohl zusammen als auch in Konkurrenz zueinander.

Auch wir glauben daran, dass Vernetzung ein Grundbaustein für die Mobilität der Zukunft ist. Aus diesem Grund ist unsere flinc-App seit 2013 direkt in der Navigations-App NAVIGON integriert. So könnt ihr automatisch zwei Dinge miteinander kombinieren: Connected Cars und Ridesharing.

Es wird spannend bleiben, aber eins ist klar: In Zukunft werden wir autonome und vernetzte Fahrzeuge fahren – oder besser gesagt – uns von ihnen fahren lassen.

Autor: Tuan Lai
Hallo, Tuan hier. Ich studiere Onlinekommunikation in Darmstadt. Bei flinc bin ich Werkstudent im Bereich Content Marketing & Customer Support.