Die CeBIT und der rote Punkt. flinc ist die fehlende Ergänzung zur analogen Lösung!

In diesen Tagen sind wieder mehrere hunderttausend Menschen nach Hannover unterwegs, um eine der größten Computermessen der Welt zu besuchen. Auf der CeBIT geht es wie in den letzten Jahren um nichts weniger, als die Trends der Zukunft. Egal, ob neueste Hardware oder spannendste Software. Hier findet so gut wie jede Technologie ihre Nische.

Doch was passiert, wenn der Faktor Mensch der Veranstaltung ein Schnippchen schlägt? Zum Beispiel, wie die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter der ortsansässigen Verkehrsbetriebe „üstra„. Diese drohen nämlich pünktlich zur CeBIT 2012 mit einem Warnstreik und damit auch mit einem Verkehrschaos.

Wenn Busse und Bahnen nicht fahren, wird es für die Besucher der Messe sehr schwierig, aus der Region auf das Messegelände zu kommen.

Streik!

Doch welche Alternativen haben die Besucher der Messe? Wem es möglich ist, der verschiebt seinen Besuch um einen oder zwei Tage. Denn der Warnstreik ist bis jetzt nur für den 08.03. ausgerufen. Wer dazu nicht in der Lage ist, versucht es möglicherweise mit einem Taxi. Doch bei den Besuchermassen ist es schon jetzt abzusehen, dass die Taxizentralen und die Taxifahrer wohl mehr als ausgelastet sein werden.

Um diese Probleme weiß natürlich auch der Veranstalter der CeBIT, die Deutsche Messe AG. Aus diesem Grund haben sie sich eine schöne Aktion ausgedacht. Und zwar den roten CeBIT-Punkt. Sie fordern die Besucher der Messe dazu auf, spontane Mitfahrgelegenheiten zu bilden.

Der rote Punkt

Damit dies spontan vom Straßenrand aus funktioniert, sollen sich die Besucher, die gerne zum Messegelände mitgenommen werden möchten, sich den CeBIT-Punkt ausdrucken und sich damit an die Straße stellen. Wer mit dem Auto zur Messe fährt und jemanden am Straßenrand sieht, kann anhalten und man fährt nun gemeinsam zur CeBIT.

Wie ich finde, ist das eine sehr sympathische Aktion, die man natürlich nicht nur am Streiktag, sondern während der kompletten Messezeit durchführen könnte.

Aus Gut mach Besser

Die CeBIT sieht sich selbst als den Ort, an dem Innovationen zuerst zu sehen sind, an dem sehr viele technik- und zukunftsaffine Menschen an einem Ort zusammenkommen. Warum also nicht einfach diese „analoge“ Aktion um eine „digitale“ Komponente erweitern? 🙂 Meiner Meinung nach hat nämlich der „rote Punkt“ zwei Nachteile:

  1. Man sieht nur Menschen, die auf der eigenen Strecke stehen. Andere Messebesucher, die zum Beispiel ein paar Straßen weiter stehen, werden nicht wahrgenommen.  Wäre es nicht super, wenn man auch Messebesucher mitnehmen könnte, die nicht 100% auf der eigenen Strecke stehen, aber man selbst müsste nur einen kleinen Umweg auf sich nehmen?
  2. Für den Hinweg mag der rote Punkt sicherlich für viele Menschen funktionieren. Aber was ist mit dem Rückweg? Da möchte nämlich nicht jeder an den gleichen Ort. Viele Menschen möchten ins Hotel oder an unterschiedlichste Bahnhöfe. Mit Hilfe des roten Punktes wird das Ziel des Mitfahrers für die Fahrer leider nicht ersichtlich. Wie soll der Fahrer also wissen, ob es für ihn Sinn macht, jemanden vom Straßenrand mitzunehmen?

Seit einigen Jahren setzen wir uns bei flinc genau mit diesen Problematiken auseinander und haben deshalb unser System so entwickelt, dass es für Fahrer und Mitfahrer so einfach wie möglich ist, eine passende Mitfahrgelegenheit zu finden.

Der Mitfahrer kann bei uns ein Mitfahrgesuch einstellen und wird sofort informiert, wenn ein passender Fahrer auf der eigenen Strecke unterwegs sein wird. Passend bedeutet in diesem Fall eben auch: Ein kleiner Umweg.  So, dass es für Fahrer und Mitfahrer Sinn macht.

Die flinc iPhone– und Android-App, sowie die Navigationsintegrationen in NAVIGON und Bosch macht es den Messebesuchern noch einfacher, Mitfahrer zu finden.

Ich würde mich freuen, wenn die Besucher der diesjährigen CeBIT die Chance nutzen würden, um gemeinsam zum Messegelände und wieder zurück zu flincen.

Markus Schwarze, Leiter Digitale Inhalte und Mitglied der Chefredaktion der Rhein-Zeitung, kommt im Blog der Rhein-Zeitung über die „Rote Punkt“-Aktion zu folgendem Urteil:

Wenn sie wie am kommenden Donnerstag dennoch ausfallen (die Busse und Bahnen), druckt die digitale Gesellschaft als Zeichen der Fahrtbereitschaft rote Punkte aus – und nicht etwa grüne Punkte für flinc, gelbe für myTaxi oder gar einen QR-Code oder auch nur eine Internetadresse als eine Sammelstelle für gemeinsame Anfahrten.

Nein, es ist ein roter Punkt, analog, flach, kaum zu vertrauen: ein wunder Punkt.

Er sieht das Problem vor allem im seiner Meinung nach nicht vorhandenen Vertrauen der Nutzer gegenüber internetbasierten Diensten. Dass die Aktion wirklich nur wegen diesem angenommenen Misstrauen keine digitale Komponente enthält, denke ich nicht. Aber vielleicht wird man ja jetzt doch noch auf die Möglichkeiten der modernen Technik aufmerksam 🙂

Und zum Ende noch ein Tipp von mir: Wenn analog, dann schon richtig: Bringt doch einfach euer Fahrrad mit nach Hannover und radelt hin! Das Wetter soll schön werden.

 

Autor: Philipp Hormel
Er sieht die Dinge gerne durch die Nutzerbrille.

5 Kommentare

  1. Der „Rote Punkt“… dass der mal wieder aufersteht… Als vor über 30 Jahren der „Rote Punkt“ erfunden wurde, übrigens in Hannover, aber als Protest gegen Fahrpreiserhöhungen, funktionierte er etwa so: Wer mitgenommen werden wollte, wartete an der Haltestelle, an der er üblicherweise in Bus oder Bahn stieg. „Rot-Punkt-Fahrer“ (hatten den roten Punkt in der Windschutzscheibe) hielten dann dort an, sagten, wo sie hinfahren würden und füllten so ihr Auto. Konnte für den Mitfahrenden natürlich auch zu Umsteigereien führen, hätte er mit Bus oder Bahn aber ja auch gehabt. Funktionierte super und ich habe auf die Weise viele nette Leute kennen gelernt.

  2. @Johannes Rote Punkte heute an der Windschutzscheibe heißen wohl eher „Du darfst nach Hannover-City garnicht mehr reinfahren“. Der sinnlosen Umweltzone sei Dank. 😉

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