Der Nachbar macht’s machbar: Ein ganzer Landkreis wird flinc

Jetzt wird’s aber ganz schön flinc im Regierungsbezirk Stuttgart!
Bereits Anfang vergangenen Jahres haben sich 14 Gemeinden aus der LEADER Limesregion dazu entschlossen, das Angebot des ÖPNV mit flinc zu ergänzen und ihren Bürgern eine neue Form der Mobilität zu ermöglichen. Ein Jahr später sind nun nicht nur die Bürger der LEADER Limesregion flinc unterwegs, sondern auch die Mitarbeiter des Klinikums Stuttgart sowie die Studenten der Hochschule Esslingen und der Universität Hohenheim. Jetzt legt der komplette Landkreis Rems-Murr nach.

Burgermeister_zugeschnittenReinhold Sczuka, Bürgermeister der Gemeinde Althütte und gemeinsam mit flinc die treibende Kraft des Vorzeigeprojektes in der LEADER Limesregion, zeigt sich begeistert:

 „Seit dem Start im März 2012 haben knapp 6000 Menschen Fahrten angeboten oder eine Mitfahrt über flinc gesucht. Das zeigt ganz deutlich den Bedarf, der hinsichtlich flexibler Zusatzangebote zum ÖPNV besteht.“

Jetzt geht erstmalig ein kompletter Landkreis den Schritt, flinc zu werden. Nach dem Erfolg in der angrenzenden LEADER Limesregion will nun auch der Rems-Murr-Kreis die Mobilität der über 400.000 Bürger verbessern.

„Das Projekt ist Teil unserer ambitionierten Klimaschutzinitiative 2013-2015“, erläutert Bernd Friedrich, Erster Landesbeamter des Rems-Murr-Kreises.  „Wir steigern die Mobilität der Menschen besonders in den ländlichen Regionen des attraktiven Schwäbischen Waldes und reduzieren gleichzeitig die CO2-Belastung. Für uns ist flinc deshalb ein Vorzeigeprojekt, von dem wir auch für die Umwelt einiges erwarten“, so Vizelandrat Bernd Friedrich.

Aber wie sieht die Mobilität im ländlichen Raum denn überhaupt derzeit aus?

Die aktuelle Mobilitätssituation auf dem Land ist schlecht und wird auch in Zukunft immer schlechter werden. Der Wunsch, mobil zu sein, wächst immer weiter. Der ÖPNV kann dieses Verlangen nach flexibler Mobilität gar nicht mehr alleine effizient bewältigen. Die Probleme, die dadurch entstehen, liegen auf der Hand:

  • Schlechte Bus- und Bahnanbindungen
  • Hohe Mobilitätskosten, da viele Wege alleine mit dem Auto zurückgelegt werden
  • Hohes Verkehrsaufkommen in Durchfahrtsgemeinden und zu Stoßzeiten
  • Extremer CO2– Ausstoß durch die vielen Autos und Staus.

Und damit wird eins klar: Die Lebensqualität wird eingeschränkt!

Die Lösung kann so einfach sein: Der Nachbar macht’s machbar!
Gerade dem Pendler erleichtert unser Service die tägliche Fahrt. Die langen Wege zur Arbeit und zurück, die zu Stoßzeiten auch noch mit Staus durchzogen sind, sind nervenaufreibend und teuer. Schaut man in die Autos, sitzt meist nur eine Person im Wagen. Nicht wissend, dass vielleicht der Nachbar aus der angrenzenden Gemeinde täglich auf der gleichen Strecke unterwegs ist. Dank flinc finden nun beide zusammen und können eine Fahrgemeinschaft für den täglichen Arbeitsweg bilden. Doch auch kürzere Strecken können auf einmal ganz schnell zurückgelegt werden – der spontane Besuch bei Freunden, der geplante Einkauf im außerhalb liegenden Supermarkt oder der regelmäßige Arztbesuch in der Nachbargemeinde.

Benjamin Kirschner fasst zusammen:

„An jedem Werktag sind etwa 450 Fahrtangebote und Mitfahrgesuche allein in der LEADER Limesregion verfügbar, immerhin also rund 9000 Fahrten und Mitfahrten im Monat. Dank unserer Teilstreckenvermittlung können wir täglich mehr als 100 passende Fahrer- und Mitfahrerkombinationen mit geringen Umwegen anbieten.“

Der Ritterschlag durch die Politik

Auch Verbraucherminister Alexander Bonde ist von flinc überzeugt:

20120907_minister_bonde_althtte_074_klein„Im ländlichen Raum sind die Menschen weitaus mehr als in städtischen Regionen auf das Auto als Verkehrsmittel angewiesen. Wie die Mobilität im ländlichen Raum zukünftig gestaltet werden kann, ist eine zentrale Herausforderung, die gerade vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung von hoher Bedeutung ist. Die positive Resonanz in der Limesregion zeigt, dass die Mitfahrzentrale flinc für die Bürgerinnen und Bürger ein attraktives Angebot ist. Es kann auch für andere ländlich geprägten Gemeinden in Baden-Württemberg eine gute Ergänzung des Mobilitätsangebotes sein.“

Wir freuen uns sehr darüber, dass sich Länder und Politiker immer stärker dem Thema Mobilität widmen und hoffen, dass der Landkreis Rems-Murr auch anderen Landkreisen als Mobilitätsvorbild dient!

Autor: Laura Deja

4 Kommentare

  1. Hallo liebes flinc-Team,

    da ich mich zurzeit im Rahmen meines Studiums im weitesten Sinne mit dem Thema „Mobilität im ländlichen Raum“ beschäftige, habe ich eine Verständnisfrage:
    Was genau bedeutet es, dass ein ganzer Landkreis flinc wird?
    Ich verstehe es so, dass es jetzt eine spezielle Gruppe für den Landkreis „Rems-Murr“ gibt, in der wie in jeder anderen Gruppe auch, sämtliche Fahrten oder Mitfahrgesuche der Gruppenmitglieder gesondert angezeigt werden. Oder gibt es neben der Unterstützung auf politischer Seite und der erhöhten Aufmerksamkeit durch die Presse, weitere Unterschiede zu anderen Gruppen?
    Ich denke z.B. an eine Einbindung in die Fahrpläne bzw. Fahrplanauskünfte des ÖPNV, was ja laut Philipp Hormel „kein Problem“ ist 😉 (gesehen bei Twitter…)

    Viele Grüße und schon mal ein schönes Wochenende,
    Michael

    1. Hallo Michael,
      der herausstechenste Punkt dabei ist vorallem, dass die Vertreter einer Region erkennen, dass die Mobilität in ihrer Region noch nicht optimal ist. Und, dass Sie den Schritt machen, aktiv ergänzende Lösungen wie flinc zusätzlich zu den bisherigen Möglicheiten anzubieten und hinter dieser Lösung auch stehen.
      Der wohl größte Unterschied zu privaten Gruppen liegt aber darin, dass wir sehr eng mit den Regionen zusammenarbeiten arbeiten, um gemeinsam die Mobilität speziell in dieser Region zu verbessern. Zusätzlich stehen einer Regionen unterschiedliche Funktionen bei flinc zur Verfügung. Unter anderem eine eigene Landingpage oder spezielle Statistiken. Eine Einbindung von Fahrplänen, besonders in den ÖPNV, ist natürlich eine sehr charmante Geschichte, ist von der Zusammenarbeit mit einer Region allerdings weitestgehend unabhängig:-) Ich hoffe, ich konnte dir ein klein wenig weiterhelfen? Liebe Grüße,
      Laura

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